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Warum ist eine regionale Vernetzung der Versorgung/Behandlung/ Betreuung so wichtig?

Presseinformation der DGVP e.V. für Gesundheit vom 20.02.2013

Seit 1989 kämpft die DGVP - als unabhängiger, gemeinnütziger Verein - für ein effektiveres, besseres und bezahlbares Gesundheitssystem in Deutschland, das Bürgern und allen Akteuren im Gesundheitswesen zu Gute kommt. Ein Kampf, in dem „dicke Bretter gebohrt werden müssen“ - denn hier stehen sich viele gegensätzliche Interessen im Weg und verhindern ein für alle Beteiligten effektives Gesundheitswesen.

Heute ein Thema, das für unsere Zukunft immer wichtiger wird: Die regionale Versorgung.

Die Fakten:
Auf dem Land, in kleinen Kreisstädten sowie in sozialschwachen Wohngebieten wird es - wegen des zunehmenden Ärztemangels - in absehbarer Zeit keine ausreichende Gesundheits- und Betreuungsversorgung mehr geben.

Die Gründe hierfür: Lange Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste und die mangelnde Infrastruktur bezogen auf Kunst, Schule, Erlebniswelt für die ganze Familie schrecken Ärzte ab die Praxis in solchen Regionen aufzubauen oder zu übernehmen. Hinzu kommt, dass in der Zukunft immer mehr Frauen den Beruf des Mediziners wahrnehmen. Das macht es noch mehr erforderlich, die Arbeit des Mediziners in Einklang mit der Lebensqualität zu bringen und auch zu berücksichtigen, dass die Medizinerinnen ebenfalls den Wunsch nach Familie haben. Auch die unzureichende Vergütung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist kein Anreiz. Man wird sich auf weniger Praxen einstellen müssen.

Das heißt im Klartext: Es ist abzusehen, dass wir einen Versorgungsnotstand bekommen werden, wenn wir es nicht schaffen, dieses Problem durch modifizierte Strukturen zu bewältigen.
Dies geht nur, wenn alle Berufsgruppen und Institutionen im Gesundheitswesen intensiv, strukturiert und somit effektiv zusammen arbeiten. Allerdings erfordert dies bei fast allen Gruppierungen ein Umdenken. Nicht nebeneinander her oder sogar gegeneinander, sondern miteinander zum Wohle des Patienten und des Gesundheitswesens.

Fazit:

Nur eine gute regionale Zusammenarbeit aller Berufsgruppen also der Ärzte, Therapeuten, Mitarbeiter der Pflege, der Krankenhäuser und stationären Pflegeeinrichtungen, der Apotheker und der Sanitätsfachgeschäfte sowie der Komplementärmedizin ergibt generell und erst recht in struktur-schwächeren Gebieten ein effektives und somit zukunftssicheres Gesundheitssystem.
Durch die vorhandene Nutzung der Telemedizin, des Monitorings, der gesamten Möglichkeiten der Informationstechnologie kann die Effizienz und Qualität Versorgung erheblich verbessert werden und das als Nutzen nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Berufsgruppen und Institutionen, die sich diesen Herausforderungen stellen.

Hierfür sollte die Politik Anreize in den Städten und Kreisen schaffen für alle, die aktiv sich in die Zusammenarbeit einbinden. So darf es beispielsweise keinen Wettbewerb um den Patienten zwischen den Haus- und Fachärzten, den ambulant tätigen Medizinern und den stationär arbeitenden Ärzten geben. Vielmehr brauchen wir eine Pflicht zur regionalen und
bedarfsorientierten Zusammenarbeit – durchaus unterstützt mit finanziellen Anreizen. Das nützt vor allem dem Patienten, aber auch der Reputation von Regionen und den politischen Mandatsträgern.

Ziel muss sein, dass die vorhandenen Ressourcen an Personal, Technik und Finanzen so effektiv wie nur eben möglich zum Einsatz kommen. Wegen der demografischen Entwicklung wird dies unvermeidlich. Und es ist durch die regionale Vernetzung und Zusammenarbeit möglich.

Die DGVP kann mit ihren Kompetenzpartnern und mit ihrer autarken und unabhängigen Funktion den politischen Mandatsträgern bei der Lösung der Regionalisierung der Strukturen im Gesundheitswesen, der Individualisierung also Ausrichtung auf die Anforderungen der Bürger, der Personalisierung mit der besseren Einbindung der Interessen der Berufsgruppen konkret und
konsequent die fachliche Unterstützung geben.


Der Zukunftsrat - Souveränität im Gesundheitswesen im DGVP erarbeitet auch hierzu ständig weitere Vorschläge und Anregungen. Aber … es sind sehr dicke Bretter zu bohren und die Quadratur des Kreises ist und bleibt eine spannende Herausforderung.

Pressestelle DGVP e.V. für Gesundheit
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